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Der erste Tag als Switcher

Das MacBook auf meinem Schreibtisch. Endlich!

Endlich ist es soweit. Der lokale Gravis-Laden hat mein neues MacBook (für Nerds: die große Variante) erhalten. Das bedeutet, dass ein Kulturschock ansteht. Nach zehn Jahren mit Windows (mit einem kurzen Seitensprung zu Linux) muss ich mich jetzt mit einem neuen Betriebssystem, Mac OS X anfreunden.

Über diese Erfahrung als „Switcher“ werde ich hier in loser Reihenfolge berichten.

Hinweis: Der hier beschriebene Tag war der 15. Ich musste erstmal warten, bis das Blog fertig war. Vielleicht gibt es bald einen weiteren Artikel… aber, nichts wie los!

Tag Eins: Auspacken & Kennenlernen

So, das MacBook war nach längerer Diskussion über Schülerrabatte erstanden, und der richtig schwere Karton wurde sicher nach Hause getragen. Nun lag er da, der kleine, weiße Karton. Ich konnte es kaum glauben. Sollte der wirklich mir gehören?

 

An dieser Stelle haben die Techblogs normalerweise eine ausufernde „Unboxing-Galerie“, die ich euch mal erspare. An einer bloßen Verpackung ist wohl nicht so viel Interessantes. Außer vielleicht noch, dass sie einen meilenweiten Unterschied zu jeder anderen Verpackung darstellt, die ich je ausgepackt habe (außer die des iPod touch). Sie ist einfach…edler. Da macht Apple eindeutig etwas richtig.

Eine Nahansicht des MacBooks

Gut, da lag es also. New shiny. Aus Aluminium. Klein. Und wunderschön. Apple versteht es wirklich, Hardware zu etwas Besonderem zu machen. Ohne überhaupt an zu sein, machte das MacBook schon den Eindruck, ein paar Jahre zu früh auf dem Markt zu sein. Keine komischen Schrauben, keine metallisch lakierten Logos auf dem Deckel, keine Fugen, kein Plastik. Nur ein Block Aluminium. Mit einem angebissenen “Apple” auf dem Deckel. Kommt einem ein wenig wie eine Requisite aus StarTrek vor.

Nachdem ich die Hardware ausgiebig bewundert hatte, wurde dann der Anschaltknopf gedrückt.

Der nette Anschaltton ertönte und der übliche Einrichtungsvorgang begann. Die Angaben hielten sich ziemlich in Grenzen, hauptsächlich wollte Mac OS X die Nutzerdaten und Netzwerkeinstellungen haben. Außerdem bekam ich noch ein nettes Willkommensvideo zu sehen, bei dem durch den Weltraum geflogen wurde und in allen möglichen Sprachen „Willkommen“ herumschwebte. Sehr eindrucksvoll.

Schon ab dem ersten Augenblick fällt das Display postitiv auf. Es ist unglaublich hell und klar, allerdings wird das mit einem sehr starken Spiegeln des Displays erkauft. Mich persönlich hat das bis jetzt noch nicht gestört, da momentan ja sowieso keine Sonne scheint und die Helligkeit einfach alle Spiegelungen überstrahlt. Im schwarzen Rand dagegen, der das Display umgibt, spiegelt sich so einiges. Das fällt jedoch auch nicht so sehr ins Gewicht, da man sich ja eher auf den Bildschirm konzentriert.

Aber zurück zur Software. Nach den ersten Minuten tauchte dann zum ersten Mal der normale Desktop auf. Ein vollkommen neues Betriebssystem. Huh, dann mal los.

Die Benutzeroberfläche von Mac OS X. Oben die Menüleiste, unten das Dock. Der Hintergrund ist nicht Standard, nein.

Man hat ja schon vorher das eine oder andere gehört über den Mac. Das spiegelnde Ding da unten, das ist das Dock. Oben ist die Menüleiste, die im Unterschied zu Windows nicht in jedem einzelnen Fenster eines Programms angezeigt wird, sondern sich immer an die momentan im Vordergrund stehende Anwendung anpasst.

 

 

Erste Aufgabe: ins Internet gehen, nachdem die Einstellungen bei der Einrichtung wegen fehlendem Netzwerkkabel übersprungen wurden. Also auf die Zahnräder im Dock klicken, dann auf Netzwerk. Die Einstellungen waren schnell vorgenommen, scheiterten aber daran, dass ich vergessen hatte, den Router anzuschalten. Dann ging das aber schnell und einfach von der Hand. Und schon ging’s los mit dem Internet. Safari (der beigelegte Browser) funktionierte sehr gut, dann ließ ich erstmal ein Softwareupdate laufen. Das wollte dann gerne eine Bestätigung mit meinem Admin-Passwort. Interessant. Also läuft hier doch nicht alles direkt mit Admin-Rechten? Hoffentlich ist das ein gutes Sicherheitssystem.  

Gut, dann wurde ein wenig herumgespielt, der Hintergrund geändert, das Dock verkleinert, die Sprache doch wieder auf Deutsch gestellt. Außerdem mache ich mich langsam mit den Gesten auf dem Touchpad bekannt. 

 

Die Tastatur und das große Touchpad.

Überhaupt, das Touchpad. Ich war immer ein großer Hasser dieser kleinen Dinger, die den Cursor so unkontrolliert herumflitzen lassen. Apple hat mich eines Besseren belehrt. Das Touchpad ist wirklich riesig. Noch habe ich kein Bedürfnis verspürt, eine Maus anzustecken. Doch zurück zu den Gesten.

 

Vier Finger nach unten ziehen, und alle Fenster werden als Übersicht auf dem Bildschirm angezeigt. Meine Lieblingsgeste, die wirklich unglaublich nützlich ist. Und auch bitter nötig, da der Mac keine Taskleiste besitzt. Das Dock zeigt zwar an, welche Programme laufen (die blauen Punkte) und öffnet beim Klick auch das entsprechende Programm, aber um ein bestimmtes Fenster zu finden, ist diese „Exposé“-Funktion wichtig. Was beim Verhalten der Fenster auch noch ins Auge fällt, ist, dass keines der Programme automatisch im Vollbild-Modus startet. Die Programme nehmen sich beim Start immer die Größe, die sie zur Darstellung ihres Inhalts benötigen. Das führt dazu, dass recht schnell eine richtige Masse an hintereinander liegenden Fenster aufläuft.

Was mich auch etwas Zeit zum Verstehen gekostet hat, ist das Verhalten von Programmen, wenn man den roten Knopf in ihrer Titelleiste drückt. Sie schließen nicht, sondern verstecken nur ihr Fenster. Erst die Tastenkombination „cmd+q“ beendet ein Programm wirklich. (Oder ein „Sekundärklick“ auf das Symbol im Dock und dann ein Klick auf Beenden.)

 

Der "Einsaugeffekt". Sehr interessant.

Ein schönes Detail an der Bedienung der Fenster ist das Minimieren. Wie auf dem Screenshot recht schön zu sehen, wird das Fenster animiert ins Dock gesaugt, wo es als kleines Vorschaubildchen stehen bleibt.

 

Nach diesen ersten Verständnisversuchen der neuen Bedienkonzepte kam die erste negative Erfahrung. Der Versuch, von einer externen Festplatte, die mit ext2, dem Linux-Dateisystem, formatiert war, Daten zu kopieren, scheiterte. Leider konnte ich auch keine Mac OS X Treiber finden, nur ein Projekt, dessen letzte Version von 2006 stammte, die dann auch nicht funktionierte. Also musste der USB-Stick verwendet werden. Was dann auch ein paar Stunden in Anspruch nahm. Diese Zeit wurde dann dazu genutzt, die ersten Programme zu installieren. Lustig war der Versuch, Skype zu installieren. Der Server war derart lahm, dass es ungefähr eine Dreiviertelstunde Download-Zeit brauchte, die paar Megabyte auf die Festplatte zu befördern. Unglücklicherweise brach mindestens fünfmal die Internet-Verbindung ein, so dass es mehrere Stunden dauerte, bis endlich Skype installiert war.

Allgemein war die Installation von Programmen sehr einfach. Herunterladen, das *.dmg-Image öffnen (es verhält sich wie eine virtuelle Festplatte und wird auf dem Desktop angezeigt) und das Programm in den Ordner „Programme“ kopieren. Fertig. Natürlich gibt es auch die etwas erweiterte Methode, die einen standardisierten Installer benutzt, bei dem ein bisschen mehr Geklicke notwendig ist, ansonsten war die Installationserfahrung eine sehr positive Überraschung.

Danach wurden ein paar Fotos in iPhoto, mitgelieferte Foto-Verwaltungs-Applikation, importiert, was ausgesprochen einfach war. Einfach Drag&Drop, fertig. Ein wenig Rechnen seitens des MacBooks und schon konnte ich meine Fotos dort sehen. Sogar die Einsortierung in verschiedene Ereignisse nahm iPhoto von selbst vor.

Auch der Musikimport in iTunes war schmerzfrei. Trotz des Mangels an Lautsprecheröffnungen ist der Klang ordentlich laut, wenn auch recht bassarm. Um sich morgens aus dem Bett werfen zu lassen und gelegentlich ein bisschen Musik zu hören reicht es.

Was während der gesamten Benutzung des Betriebssystems auffiel, war die unglaubliche Detailverliebtheit. Fenster poppen nicht einfach auf, sondern sind animiert. Wenn man ein Fenster des Finders (Explorers) schließt, wird es scheinbar zurück in die Festplatte gesaugt, die man angesehen hatte. Zusätzliche Optionen fahren schick animiert aus Titelleisten, bei der Nutzung von Tastaturbefehlen leuchtet immer kurz das passende Menü oben auf, alles wirkt wie aus einem Guss.

Auch der generelle Grafikstil des Betriebssystems gefällt mir außerordentlich gut, viel besser als das etwas bunte XP.

Damit war dann der erste Tag als Mac-Nutzer beendet. Alles in allem eine postive Erfahrung, die nur durch die Schwierigkeiten bei der Dateiübertragung etwas getrübt wurde.

Und nun zu euch. Nutzt ihr Macs? Was haltet ihr von ihnen? Zu teuer? Zu exklusiv? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

6 Kommentare zu Der erste Tag als Switcher

Saurons Auge — 30. November 2008 um 01:36 Uhr

Ich bin auch vor einigen Wochen umgestiegen, mein erster Mac ist ein Mac Book Pro, das es geschafft hat, mich von sich zu begeistern. Mit dem Betriebssystem hatte ich schon in der Schule Kontakt, aber da war ich eher Gegner von Macs, was wohl auch daran lag, dass sie einerseits sehr langsam und ziemlich alt waren, andererseits aber auch viele Bereiche gesperrt waren und man nicht viel persönlich einrichten konnte. Aber nun habe ich meinen eigenen und bin voll und ganz zufrieden damit. Es hat alles drin, was ich brauche und sogar noch einiges mehr. ;-)

Marcel — 30. November 2008 um 01:58 Uhr

Glückwunsch zum ersten Kommentar. :D

Auch ein frischer “Switcher”. Willkommen im Club…^^

Ihr habt in der Schule Macs? Nicht schlecht, ich wünschte, wir hätten das auch. Unser Windows 98/2000/Whatever ist ziemlich nervig.

Lustig, ich fand Macs eigentlich auch immer etwas blöd, zu teuer, zu ungewohnt. Aber irgendwann, vermutlich danke des Bits und so-Podcasts ist dann der Funke übergesprungen.

Und so ist es nun, ein Mac. Wirklich, da ist alles drin, sogar eine Kamera.

Was aber gerade extrem auffällt, da die Sonne ungünstig steht, ist der Spiegel. Eh, das Display. Ich kann mich richtig toll sehen. :D

Saurons Auge — 30. November 2008 um 02:59 Uhr

Wenn du jetzt denkst, dass die Macs in der Schule besser waren als Windows 98 oder 2000, dann liegst du damit falsch. Das waren alte Dinger und mit ein Grund, weshalb ich eine schlechte Meinung von Macs hatte, bis ich im Praktikum nach dem Abitur bessere benutzen konnte. Zu dieser Zeit begann ich mich nach einem Laptop umzusehen, den ich auch noch im Studium gebrauchen kann, und kam dann relativ schnell auf Apple. Mir gefielen vor allem all die Features, die es bei den Macs in der Schule natürlich nicht gab.

Wie auch immer, natürlich hatte ich wieder mal “Glück”: Zwei (!) Tage nach dem Kauf des MacBook Pro kam die neue Generation davon raus. ;-) Irgendwie bin ich aber trotzdem froh, die alte Version zu besitzen, denn sie ist ziemlich genau gleich schnell und meiner Meinung nach schöner vom Design her. Zudem besitzt sie eine Taste unter dem Touchpad, ohne die der Linksklick unter Windows XP (das parallel installiert ist) nicht möglich wäre.

Die Spiegelung ist bei mir nicht so schlimm. Ich glaube, es gibt zwei Arten von Bildschirmen, glossy und matt. Beim MacBook Pro bestand zumindest in der letzten Generation, die ich habe, noch die Möglichkeit, zu wählen, nun sind meines Wissens alle gleich. Wahrscheinlich habe ich einen matten Bildschirm, da ich mich im schlimmsten Fall sehr verschwommen darin sehe.

Die Kamera ist cool, hast du schonmal das Programm “Photo Booth” ausprobiert? Wenn du dich mal etwas mit Effekten verunstalten willst, bist du da genau richtig. ;-)

Marcel — 30. November 2008 um 04:02 Uhr

Uh, langsame Macs kann ich mir auch als ziemlich schrecklich vorstellen. ;)

Wann hast du denn dein MBP gekauft? Meinst du mit der neu erschienenen Generation die aktuelle, “Unibody”-Version? Also mir persönlich gefällt dieses Design ja deutlich besser, aber das ist wohl Geschmackssache.

Das Touchpad kann doch in der aktuellen Generation eigentlich gut zwischen Rechts- und Linksklick unterscheiden, oder? Funktioniert das unter XP nicht? Hm, sollte man mal wieder installieren. Aber das kommt mir so frevelhaft vor. :D

Ja, ich habe ein Glossy-Display. Nicht sehr angenehm… da ging ja auch ein ziemlicher Aufschrei durch die Mac-Community, dass sogar die MBPs keine Matt-Displays mehr bekommen. Naja, im Dunkeln sind die Farben dafür richtig super.

Photo Booth ist wirklich toll! Nur leider mache ich meine Experimente immer in schlechtem Licht, so dass es etwas seltsam aussieht, so gut ist die Kamera nicht. Aber sehr spaßige Sache, dieses Feature. ;)

Saurons Auge — 30. November 2008 um 04:39 Uhr

Das MBP habe ich mir irgendwann im Oktober gekauft, genau weiß ich es allerdings nicht mehr. Wie gesagt, zwei Tage vor dem Neuen. ;-)

Über das Design lässt sich natürlich streiten, aber ich finde zum Beispiel die schwarze Tastatur nicht so schön wie diejenige in derselben Farbe wie die Hülle. Sie sticht meiner Meinung nach etwas zu sehr heraus. Aber egal, Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Für mich zählt das Betriebssystem am meisten.

Bei XP funktioniert das Touchpad nur, wenn es darum geht, die Maus zu bewegen, den Rechtsklick zu machen (zwei Finger drauf und zusätzlich die Taste drücken) oder mit zwei Fingern zu scrollen. Alle Klicks müssen mit der Taste gemacht werden. Es kann gut sein, dass es irgendwo eine Einstellung dafür gibt, aber wenn, dann habe ich sie noch nicht gefunden. Viel gesucht habe ich aber zugegebenermaßen noch nicht.

Windows habe ich eigentlich hauptsache wegen der Spiele draufgetan. Bei mir ist es oft so, dass ich tagelang fernab von meinem PC wohne, daher ist das super, wenn ich die Spiele und Spielstände gleich mitnehmen kann. Außerdem geht Spellforce auf XP, das habe ich vorher jahrelang nicht spielen können, weil sich Vista damit nicht verträgt. :D

Außer für Spellforce und einige Windows-Programme brauche ich aber Windows praktisch nie. Momentan habe ich mehr Freude am Mac-Betriebssystem. ;)

Lumenlog v.2 — Lumenlog — 20. Juni 2009 um 01:16 Uhr

[…] bin immer noch ein wenig traurig darüber, dass der Holzhintergrund wegfallen musste. Auf meinem MacBook sieht er unglaublich schön aus, dunkel und mystisch, einfach nur holzig. Leider musste ich […]

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