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Review: Unfathomed Tower

Es gibt Hausmods, und es gibt Hausmods. Manche sind nur Fingerübungen angehender Modder, einfache Häuser ohne große Besonderheiten. 

Und dann gibt es die Hausmods, die man fast als Kunstwerke bezeichnen kann. Kleinode des Modding-Handwerks, die ihresgleichen suchen. Beispiele perfekt umgesetzter, einzigartiger Ideen. Viele fallen in diese Kategorie, und eine werde ich heute vorstellen. Den Unfathomed Tower von trollf, den man sonst eher von seiner großartigen Screenshotgallerie oder dem Loading-Screen-Replacer kennt.

Eigentlich ist der „Unergründliche Turm“ eine einfache Sache. Ein umtexturierter Oblivion-Turm, der oben offen ist und innen ein spartanisches Heim beherbergt. Keine Luxusherberge für müde Helden, kein featurebeladenes Landhaus. Eher ein Wind und Wetter ausgesetzter Unterschlupf. Was diese Mod so besonders macht, ist ihre von liebevollen Details und handwerklicher Perfektion geprägte Umsetzung.

Der Ausblick vom Turm. Links kann man auch schön die Textur sehen.Der Ausblick vom Turm. Links kann man auch schön die Textur sehen.

Allein schon ein Blick auf den Turm offenbart den Grafikstil dieses Hauses: realistisch und detailreich, mit eher gedeckteren Farben. Man sieht dem Turm, der zugleich äußere wie innere Form der Mod bestimmt, seine ursprüngliche Herkunft aus den Ebenen von Oblivion kaum noch an, so sehr wurde er retexturiert. Das düstere Schwarz ist einer steinernen, in verwittertem Grau gehaltenen, sehr hoch aufgelösten Textur gewichen. Der Hinweg zum Turm in der Nähe von Bruma erweist sich als spannend. Nach einer Wanderung durch die Wildnis finden wir einen Pfad hinauf. Wir folgen dem aus Baumstämmen und Steinen gebildeten Pfad den steilen Hügel hinauf, auf dem der Turm wie ein Wächter trohnt. Hier zeigt sich ein weiteres beherrschendes Thema dieses Hauses: Natur. Doch dazu später mehr.

Der Wohnraum bei Tag.Der Wohnraum bei Tag.

Endlich, keuchend erreichen wir den Gipfel und treten durch ein steinernes, knirschendes Portal ein.  Uns empfängt die behagliche, mit schäbigen Lower Class-Möbeln ausgestattete Wohnebene des Turmes. Die vielen Pflanzen machen klar, dass dies kein herkömmliches Haus ist, das klar in Exterior und Interior unterteilt ist. Vielmehr lebt man hier draußen und drinnen zugleich. Man hat zwar ein Dach über dem Kopf, aber der Einfluss der Natur und des Wetters ist nicht zu übersehen. Durch Löcher im Boden wachsen Farne, an allen Ecken und Enden findet man Blumen und Pilze. Eben diese üppige, überquellende Bepflanzung bilden einen wesentlichen Teil der einzigartigen Atmosphäre dieser Hausmod. Besonders faszinierend fand ich persönlich die Winkel des Turmes, die ich etwas ungeschickt „Naturecken“ nenne.

Eine dieser "Naturecken", erhellt durch eine Kerze.Eine dieser "Naturecken", erhellt durch eine Kerze.

Eigentlich eine ganz einfache Sache, diese Ecken. Dort liegen ein paar Steine und Felsbrocken, die mit einer Erdtextur überzogen sind. Es wachsen dort Pilze, Farne, ein paar Morning Glorys. Zusammen bilden sie ein Bild des Wachstums, der feucht-moosigen Sumpfvegetation. Und doch machen sie den Turm zu etwas ganz Besonderem.

Die Arbeitsecke mit der Tamrielkarte. West-Tamriel, um genau zu sein.Die Arbeitsecke mit der Tamrielkarte. West-Tamriel, um genau zu sein.

Doch nun genug davon. Machen wir einen kleinen Rundgang durch den Turm. Wir finden hier, auf der unteren Ebene einen kleinen Arbeitsbereich, einen Esstisch und ein kleines Bett. Sehr minimal, aber trotzdem gemütlich. Viele kleine Details machen es hier wohnlich.

So liegt zum Beispiel auf einem Beistelltisch im Arbeitsbereich eine Karte von Tamriel. Und natürlich eine Schreibfeder und ein Tintenfass. Kleine Details, die aber irgendwie im Gedächtnis bleiben.

Die Essecke, gemütlich beleuchtet und mit einer "Naturecke" dahinter.

Beleuchtet wird das Ganze von gemütlich warmen Kerzen und Feuern, die man auch einfach aus und anschalten kann. Tagsüber sorgen sie allerdings in Verbindung mit dem Tageslicht für eine etwas überstrahlende Beleuchtung. Aber ich mag sowieso eher die Nacht, oder die Morgen- und Abenddämmerung, da sieht alles noch einen Tick schöner aus.  

Der Blick von unten zur Spitze des Turmes. Man beachte die schöne Textur.

Während des ganzen Erkundungsganges sind uns schon diese Zahnräder im Boden aufgefallen. Nun betätigen wir diesen unauffälligen Schalter an der Wand… und der ganze Boden entpuppt sich als Aufzug. Während der langsamen Fahrt nach oben genießen wir den wunderbaren Ausblick nach oben in den freien Himmel. Eine umtexturierte Wurzel schlingt sich malerisch an der Wand entlang.   Nun erreicht der Aufzug seinen Halt und der Blick fällt auf ein weiteres nettes Detail.

Einer dieser Welkyndsteintöpfe.

Ein Welkynd-Stein in einem (ebenfalls umtexturierten) Topf, garniert mit ein paar Farnen. Auch eigentlich recht einfach, aber sehr atmosphärisch. Aufwärts geht’s, an der Wand entlang. Nach ein paar Umdrehungen landen wir im Obergeschoss, dem Alchemieteil des Turmes. Ein kleiner  Alchemietisch, ein paar Kisten und ein wunderschönes Beet. Und ein Obelisk. Über uns der freie Himmel.

Der Wetterobelisk, malerisch verwittert.[/caption]

Schauen wir uns doch mal den Obelisken etwas genauer an. Er hat Schalter, die das Wetter ändern können. Ein sehr nützliches Feature, man möchte ja nicht unbedingt bei Gewitter in so einem Turm residieren. Das Wetter ändert sich natürlich nicht sofort, sondern wird langsam geändert, mit SetWeather statt ForceWeather. Wie es sich für eine druidisch angehauchte Wohnung gehört. Bei Wetter mit Niederschlag wird dann eine Schwäche der Oblvion-Engine deutlich. Es regnet gnadenlos durch Dächer, Planen und Wände. Leider gibt es keine Möglichkeit, das zu ändern.

Das Beet im Obergeschoss bei schlechtem Wetter. Abermals, malerisch und atmosphärisch.Das Beet im Obergeschoss bei schlechtem Wetter. Abermals, malerisch und atmosphärisch.

Wenn man nun das Wetter ändert, fällt auf, dass sich auch die Beete ändern. Leuchtender Nebel erscheint, Motten anstatt Feuerfliegen schwirren herum… Sehr schön umgesetzt, so dass man das Gefühl hat, wirklich in der sich immer ändernden Natur zu wohnen. Doch nicht nur mit dem Wetter ändert sich die Umgebung, auch ein Tag und Nacht-Wechsel ist eingebaut. So wird der Lichtstrahl, der tagsüber von oben nach unten leuchtet, nachts entfernt. Im Dunkeln gewinnt der Turm nochmals durch die vielen Lichter an Atmosphäre.

Das eher bescheidene Alchemielabor.

Fahren wir fort. Die spartanisch eingerichtete Alchemieecke lässt einen Alchemisten nicht unbedingt vor Freude jubeln, sie ist, wie der Rest des Hauses, eher klein und etwas schäbig gehalten. Eben genau so, wie ein einsamer, in einem abgelegen Turm lebende Held seine bescheidene Wohnung einrichten würde.

Der Blick nach unten. Zugegebenermaßen mit ausgeschalteter Kollision gemacht.

Nachdem wir nun hier oben fertig sind, machen wir uns wieder auf den Weg nach unten, noch einmal den Wohnbereich betrachten. Auf dem Weg nach unten eröffnen sich ganz besondere Ausblicke. Diese leuchtenden Welkynd-Steine sind eine schöne Sache, wirklich. Sie machen einen sehr mystischen Eindruck.

Unten fällt nochmals eine Naturecke auf, die gerade von Nebel umwabert wird und auch einen sehr moosigen Eindruck macht… Es wird wohl Zeit für’s Bett. Und damit endet auch unsere Erkundungsreise durch den “Unergründlichen Turm”.

Fazit: Der Unfathomed Tower ist kein Heim für luxusverwöhnte Helden, sondern ein gemütlicher Unterschlupf für eher naturverbundene Charaktere. Er besitzt wenige der Features, die man von manchen Hausmods gewöhnt ist, macht dies aber durch seine herausragende Atmosphäre und Umsetzung wett. Für Modder sollte er ein Pflichtdownload sein, von dem man viel über Atmosphäre und Naturdarstellung lernen kann.

Sonneaufgang hinter dem Unfathomed Tower.

Und wo kann man ihn nun bekommen? Es steht sowohl für die Englische als auch für die Deutsche Version (perfekt übersetzt von GlasMond) zum Download bereit. Auf der PlanetElderScrolls-Seite sind auch noch ein paar wunderschöne Screenshots von Trollf selbst zu sehen.

Download (EV) bei PES. Download (EV) bei TESNexus. Beide erfordern eine kostenfreie Anmeldung.

Download (DV) bei TES.info.

Wie hat auch dieses Review gefallen? Zu viele Bilder? Findet ihr den Turm auch so schön? Oder ist er euch zu schäbig? Oder zu klein? Wolltet ihr darin wohnen?

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