Lumenlog.

Gezwitscher

Twitter für Modder

Obwohl sich das Internet rasant weiterentwickelt, sind wirklich bleibende Neuerungen doch recht selten. Jede Woche starten neue Internet-Angebote und -Anwendungen, und jede Woche verschwinden welche. Nur wenige können sich über längere Zeit halten und wirklich etwas verändern. Eines dieser Projekte ist Twitter, eine großartige Anwendung und ein geniales Kommunikationsmittel, das wir alle – vor allem wir Modder – benutzen sollten. Doch lasst mich etwas weiter ausholen…

Twitter?

Ursprünglich hatte Twitter genau eine Funktion: anderen Leuten mitzuteilen, was man gerade macht. Das sollte genutzt werden, um mit Mitarbeitern in Kontakt zu bleiben oder über Ereignisse im Leben von Freunden informiert zu werden. Inzwischen hat sich Twitter weiterentwickelt, aber immer seine Einfachheit und Klarheit bewahrt.

Twitter hat eine unvergleichlich simple Funktionsweise: man schreibt einen kurzen Text, schickt ihn ab und er wird sofort an alle zugestellt, die sich dafür interessieren. Diese Einschränkung ist wichtig. Nicht jeder Nutzer von Twitter bekommt alle Nachrichten zugeschickt, wie es zum Beispiel in einem Chatroom der Fall wäre. Nein, nur die “Follower” eines Twitter-Nutzers bekommen seine Updates. Dieser Vorgang ist passiv, nicht wie bei einer IM-Nachricht, die sich durch ein Geräusch bemerkbar macht. Man muss selbst in Aktion treten, um Twitter-Nachrichten, so genannte “Tweets”, zu lesen. Die Nachrichten werden einem nicht aufgezwungen. Allerdings bleibt die Kommunikation trotzdem mehr oder weniger in Echtzeit, sie ist schnell und kurz gehalten, viel mehr auf den Punkt gebracht als lange Forenbeiträge und weniger anstrengend als ein Chatroom, bei dem man zwangsläufig alles mitbekommt.

Picture 8.png

Trotz – oder gerade wegen – seiner Einfachheit hat sich Twitter zu einem Internet-Phänomen erster Klasse entwickelt. Die Userzahlen von Twitter steigen täglich, sogar die “alten” Medien erwähnen Twitter ab und an. Einer der Gründe für diesen unglaublichen Erfolg liegt sicherlich in der vielfältigen Nutzbarkeit von Twitter, der “versatility”, wie Paul Stamatiou bemerkt. Es gibt Leute, die Twitter wirklich so verwenden, wie es ursprünglich vorgesehen war. Sie berichten von ihrem Leben, sie teilen Tag für Tag ihre Aktivitäten dem Internet mit. Es gibt Twitterer, die ihre momentanen Gedanken twittern, 140 Zeichen lange zitierfähige Weisheiten an ihre Follower weiter geben. Manche erzählen von ihrer Arbeit, manche berichten über Tech-News, oder tun ihre Meinungen über neue Software kund. Manche mischen all diese Ansätze. Jeder Twitterer kann für sich selbst entscheiden, wie er Twitter nutzen möchte.

Meine persönliche Nutzung von Twitter ist ein Gemisch aus verschiedenen Ansätzen. Einigen wenigen Twitterern folge ich, weil ich sie persönlich kenne und mich interessiert, was in ihrem Leben vorgeht. Andere bieten interessante Ideen oder Einsichten aus dem Internet, geben mir Inspiration oder versorgen mich mit Neuigkeiten. Alle sind interessante Menschen, an deren Gedanken und Ideen ich gerne teilhabe. Aus diesem Grund ist Twitteriffic das bei Weitem meistbenutzte Programm auf meinem iPod touch. Twitter ist für mich eine niemals versiegende Quelle von Inspirationen und Ideen, von Gedanken und Einsichten, von Neuigkeiten und Meinungen.

Und über allem schwebt gewissermaßen eine Wolke des Humors. Von allen Online-Communities, in denen ich mich herumtreibe, ist Twitter die humorvollste und entspannteste. Beinahe jeder Post hat eine Pointe, fast niemand nimmt sich selbst zu ernst. Die extreme Kürze der Beiträge macht Streitereien mit immer länger werdenden Posts, die doch aneinander vorbei reden, unmöglich. Die Atmosphäre ist einfach angenehm. Twitter ist ein “Ort” im Internet, den ich gerne aufsuche, um mal ein paar Minuten Ablenkung zu haben.

Einladung

Nur eines fehlt mir noch, eine Gruppe von Personen, die auf Twitter nicht vertreten ist: Modder. Ich kann jeden Tag von Web Designern lesen, ich kann jeden Tag an der Arbeit von Mac-Entwicklern teilhaben. Nur von Moddern höre ich nichts. Es wäre so wunderbar, von jemandem zu lesen, wie toll er den neuen Adash-Trailer findet. Oder jemanden darüber jammern zu hören, wie sehr er gerade mit dem Landscaping-Tool kämpft. Dann könnte ich selbst auch darüber twittern. Im Moment weiß ich genau, dass keiner meiner Follower auch nur weiß, dass man für Oblivion modden kann. Warum sollte ich also irgendetwas zu diesem Thema twittern? Dabei würde ich doch so gern!

Twittern würde sogar den Moddern selbst helfen, denn Twitter ist auch eine schnelle Hilfe in Problemfällen. Angenommen, mir folgen ein paar Modder, und ich habe gerade ein Problem mit einem Script. Ich könnte kurz darüber twittern, und mit größter Wahrscheinlichkeit kennt sich einer meiner Follower gut genug aus, um zu helfen. Direkter und intuitiver geht es nicht mehr, außer vielleicht mit einem Chat-Programm. Dort müsste ich allerdings eine ganz bestimmte Person anschreiben, die ich dann womöglich bei ihrer Arbeit störe. Bei einem Forum müsste ich erst mal einen Thread finden oder neu aufmachen, eine längere Erklärung verfassen und dann hoffen, dass jemand dort vorbeischaut. Twitter ist schlicht und einfach praktischer. Der Aufwand, um einen Post zu verfassen, ist unvergleichlich niedrig und die Wahrscheinlichkeit, eine schnelle Antwort zu bekommen ausgesprochen hoch.

Wenn sich das interessant für euch angehört hat, meldet euch doch bei Twitter an. Ich würde liebend gerne von euch hören und mit der kleinen Leserschar dieses Blogs in Kontakt treten. Mein Accountname bei Twitter ist ”xartas”. Sagt doch einfach mal hallo! Wie? Einfach eine “@-Reply” schreiben, indem ihr irgendwo in eurem Tweet “@xartas” einfügt. Ich freue mich schon ‘drauf. See you on Twitter!

Mir ist klar, dass sich die Posting-Frequenz hier im Blog etwas verlangsamt hat. Das liegt daran, dass ich gerade in Kanada bin und hier auch sehr beschäftigt werde… deshalb gibt es hier bei Weitem mehr Links als Artikel. Ich arbeite aber immer noch an einem neuen Theme, das Artikel wieder mehr von Links trennt. Es ist ausgesprochen elegant, so viel kann ich schon versprechen…

blog comments powered by Disqus

Hi, I'm Marcel. This is where I put stuff on the internet. You can follow me on Twitter, or read the about page (if you're into that sort of thing).