marcel's links and (quite) occasional ramblings.
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Zwei Wochen später

Schon zwei Wochen sind seit dem “Switch” vergangen. Langsam gewöhne ich mich an den Mac, auch wenn der große Kulturschock ausgeblieben ist. Es gibt ein paar Sachen, die mich schon etwas irritiert haben, aber auch viele positive Punkte. Den Winterdepressionen angemessen fangen wir mal mit den Umstellungen und negativen Punkten an.

Übersichtliches Exposé.

Übersichtliches Exposé.

Die größte Umstellung war bestimmt der Wegfall der Taskleiste von Windows. Das Dock ist kein Ersatz dafür, denn sie zeigt nur an, ob Programme überhaupt laufen, nicht welche Fenster offen sind. Daher bin ich jetzt ein großer Fan der Exposé-Funktion geworden. So sehr, dass ich immer wieder verzweifelt versuche, auf meinem PC mit der Maus ähnliche Gesten zu vollführen. Trotz dieser Funktion habe ich immer noch Probleme, einzelne Fenster wieder zu finden. Während des normalen Einsatzes mit zwei, drei offenen Fenstern ist es kein Problem, per Exposé zwischen den Fenstern zu wechseln. Aber bei der Webentwicklung sieht das anders aus. Ein paar Fenster mit Code, noch zwei, drei Finder-Fenster zum Dateien kopieren, dazu noch ein Grafikprogramm. Und noch ein FTP-Programm. Dann werden die Exposé-Bildchen so klein, dass man sie kaum noch unterscheiden kann. Da sucht man schon mehrere Sekunden lang nach dem richtigen Fenster. Vermutlich ist das aber eine Gewöhnungssache, man kann Fenster ja auch minimieren, was ich aber aus unerfindlichen Gründen selten tue.

Programm-Wechsler mit vielen offenen Programmen...

Programm-Wechsler mit vielen offenen Programmen...

 

Oder den Programm-Wechsler benutzen, den man mit einer Dreifingergeste nach rechts oder einem Druck auf Cmd und Tab auslösen kann. Dieser unterscheidet allerdings nur nach einzelnen Programmen, wie der Name schon andeutet. Die Suche nach Fenstern erleichtert er demnach nicht.

Ebenfalls sehr gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, dass dem Finder (der Dateimanager von Mac OS X) ein Knopf für die Funktion, in den übergeordneten Ordner zu springen, fehlt. Nach langem Herumprobieren habe ich endlich herausgefunden, dass ein Druck auf Cmd und die Pfeiltaste nach oben die besagte Funktion auslöst. Darauf muss man erstmal kommen!

Doch abgesehen von diesen zwei kleineren Problemen sind die zwei Wochen als Swichter ausgesprochen problemlos verlaufen. Mac OS X hat einige Features, die ich inzwischen nicht mehr missen möchte.

Das Dashboard mit Widgets für Systeminformationen, FTP, Songtexten, Mint, Wikipedia, Notizen und natürlich einem Taschenrechner.

Das Dashboard mit Widgets für Systeminformationen, FTP, Songtexten, Mint, Wikipedia, Notizen und natürlich einem Taschenrechner.

Allen voran das Dashboard. Das ist so eine Art Einblendisplay oder auch Pinnwand, die sich auf Knopfdruck über den Bildschirm legt. Auf diesem Dashboard können alle möglichen Programme, sogenannte “Widgets” platziert werden, die alle möglichen Informationen auf Anhieb bereit halten. So hat man immer die Wikipedia bei der Hand, oder die Songtexte des momentanen Lieds, oder die aktuelle Seitenaufrufzahl seines Blogs. Allerdings kann das Dashboard durchaus der Produktivität abträglich sein. Ich ertappe mich viel zu oft dabei, die Taste zu drücken und auf diese große Zahl dort zu starren. Schlimm, schlimm…

Auch sehr erfreulich, aber etwas subtiler ist die Integration von Drag & Drop im Betriebssystem. Was ist denn das? Nun, man nimmt einfach eine Datei und zieht sie auf das Dock-Icon für eMail, schon geht ein eMail-Fenster auf, bei dem genau diese Datei als Anhang dabei ist. Oder man hat einen Haufen Fotos und möchte sie gerne in die mitgelieferten Foto-Verwaltungssoftware iPhoto importieren. Man nimmt einfach die Dateien und wirft sie auf das iPhoto-Icon. Schon werden sie importiert. So muss man sich viel weniger durch “Datei öffnen”-Dialoge klicken und suchen. 

Ein Feature, das die ganze Familie begeistert hat, waren die Diashows von iPhoto. Man wählt ein Album aus, drückt den „Play“-Knopf. Und fertig ist die Abendunterhaltung für die Familie. Die Fotos werden mit einer automatischen Kamerafahrt präsentiert, untermalt von etwas fahrstuhliger, aber meist passender Musik. Der Effekt, den man dadurch erzeugt, ist erstaunlich. Plötzlich schauen sich Leute interessiert die Fotosammlung an, die vorher nur ein müdes Lächeln erzielt hat.

 

Quicklook in Aktion.

Quicklook in Aktion.

Ich könnte jetzt noch eine ganze Weile so weitermachen, aber zuviel Lob auf einmal muss ja auch nicht sein. Daher nur noch eine Sache. Quicklook, die Vorschaufunktion von Mac OS X. Ein Druck auf die Leertaste und so ziemlich jede Datei wird sofort, beinahe verzögerungsfrei, ohne dass irgendeine lästige Software gestartet wird, angezeigt. Butterweich animiert „fährt“ die Vorschau dann aus der ausgewählten Datei. Vor allem für  den Umgang mit Bilddateien ist das sehr nützlich, wenn man nicht extra iPhoto oder ein anderes Programm zur Bildbetrachtung anwerfen möchte. Die Vorschau kann natürlich auch mit der typischen Vergrößern-Geste (zwei Finger auseinander ziehen) auf volle Bildschirmgröße erweitert werden. Ebenfalls mit Animation, wie mehr oder weniger alles auf dem Mac. An allen Ecken und Enden wird animiert und geslidet, so macht die ganze Arbeit einen viel flüssigeren und – ich möchte das Wort gar nicht in den Mund nehmen – cooleren Eindruck.

Das Beeindruckendste am Mac ist immer noch die Detailverliebtheit des Betriebssystems. Man hat das Gefühl, dass an jeder Ecke jemand genau nachgedacht hat, was für den Nutzer am Besten funktioniert. So macht Mac OS X einen sehr runden, polierten Eindruck. Sehr schön, sehr einfach zu bedienen. Ich frage mich manchmal, warum ich den Switch nicht früher unternommen habe.

9 Kommentare zu Zwei Wochen später

brainkopf — 5. Dezember 2008 um 07:54 Uhr

Huhu,
also langsam machst du mich etwas neidisch ;)
Würde man nicht für den Apfel mitzahlen, hätte ich auch schon lange nen Mac bei mir stehen ;)

Marcel — 5. Dezember 2008 um 01:42 Uhr

Hm, momentan habe ich noch das Gefühl, dass der Aufpreis sich gelohnt hat. ;)
Hast du das mal nachgerechnet, was denn so ungefähr die Apfelsteuer ist? 100 Euro?

Momentane Empfehlung: Wenn es irgendwie möglich ist, in den sauren Apfel beißen und den Aufpreis bezahlen…^^

Saurons Auge — 8. Dezember 2008 um 08:28 Uhr

Nicht zwei Wochen, dafür etwa zwei Monate später bin ich schon kein Switcher mehr. Leider habe nicht nur ich Freude an meinem Mac, sondern auch Einbrecher, von denen heute zwei bei mir zu “Besuch” waren.
Trotzdem, ich werde mir sicher ein neues kaufen. Die Versicherung zahlt wahrscheinlich den gesamten Schaden, also habe ich quasi gratis ein “Update” von der alten zur neuen MBP-Generation. So ein Einbruch hat auch was Positives, wenn auch wenig. ;)

Inzwischen habe ich mich auch mit den Design angefreundet. Ich bin es heute nach der Arbeit im nächsten Appleshop schnell anschauen gegangen und muss sagen, dass es sehr gut aussieht. Einzig das glossy Display stört mich nach wie vor, aber da habe ich ja beim neuen Modell nun keine Wahl mehr… :(

Momentan bin ich also strenggenommen kein Switcher, aber das ist nur für eine gewisse Zeit. ;)

Marcel — 8. Dezember 2008 um 09:26 Uhr

Oh, mein Gott. Das ist aber Pech! Was für eine Katastrophe. Zum Glück zahlt die Versicherung! Hoffentlich.
Trotzdem, mein herzliches Beileid. Muss ja ein ziemlicher Schock gewesen sein. :)

Bin schon gespannt auf deinen Bericht mit dem neuen MacBook Pro. Du willst nicht zufällig einen Gastartikel schreiben? :D

Dieses Glossy-Display… ja, das kann schon nerven. Man gewöhnt sich allerdings auch daran, langsam.

Saurons Auge — 9. Dezember 2008 um 08:17 Uhr

Einen Gastartikel schreiben? Fragt sich, ob ich da viel schreiben könnte, was nicht du schon in einem der zwei Mac-Artikel erwähnt hast. Das Betriebssystem ist immerhin dasselbe, die meisten Features somit auch, und mit Designverherrlichung kann man keinen Artikel füllen, obwohl diesem meiner Meinung nach einer gebührt. :-)
Außerdem warte ich mit dem Bestellen lieber noch, bis der Schadenersatz von der Versicherung gezahlt wurde. Das kann also noch einige Tage bis Wochen dauern…

Ich werde aber sicher etwas dazu schreiben, wenn es da ist. Ich freue mich jedenfalls schon riesig. :D

Saurons Auge — 10. Dezember 2008 um 11:52 Uhr

So, das neue MacBook Pro ist bestellt, wenn ich Glück habe, ist es am Freitag schon da. Ich weiß zwar noch nicht 100% genau, ob die Versicherung zahlt, aber es sieht sehr danach aus, sie können eigentlich gar nicht anders. Zusätzlich zum Laptop habe ich auch gleich eine dieser schicken drahtlosen Mac-Mäuse bestellt, auf die ich schon sehr gespannt bin. Denn auch wenn sie von außen wie eine Eintastenmaus aussieht, kann sie mehr, als die meisten anderen Mäuse, der “versteckte” Rechtsklick ist noch längst nicht alles. ;)

Irgendwann muss ich auch mein geliebtes Spellforce wieder einkaufen gehen, denn die CD war blöderweise im MacBook drin, als es gestohlen wurde. Heutzutage gibt’s aber das, was ich vor vielen Jahren für 50€ gekauft habe, für weniger als 10€. Eigentlich hat’s einen höheren Preis verdient, aber mir soll’s recht sein. ;)

Marcel — 11. Dezember 2008 um 08:45 Uhr

Na, da hast du ja nochmal Glück gehabt. :)

Oh, eine Mighty Mouse (heißt die wirklich so?)! Da bin ich auch sehr gespannt, vor allem, ob man mit diesem Mausball auch Modden kann. Und ob sie trotz ihrer einfachen Form gut in der Hand liegt…
die
Das mit den älteren Spielen zu “Ramschpreisen” ist schon traurig. Man schaue sich nur an, wie die Morrowind GOTY jetzt in der Gamestar dabei liegt. Naja, vielleicht gibt’s ja dadurch ein paar neue glückliche Spieler.

Dann mal viel Spaß mit deinem New Shiny. Meines hat gerade seinen ersten Kratzer abbekommen. Schlimm, wie das dann gleich auffält… ;)

Bin gespannt auf die Maus…

Saurons Auge — 13. Dezember 2008 um 01:32 Uhr

So, es ist soweit. Gestern abend kam ein dickes Paket bei mir an, verzeiht mir bitte, dass ich um zwei Uhr morgens zuerst mal schlafen wollte. ;)

Über den Mac muss ich nicht viel erzählen, da er fast derselbe ist wie deiner. Allerdings muss ich sagen, dass er mir “live” sehr viel besser gefällt als noch damals, als er frisch raus war. Ich machte mir immer etwas Sorgen wegen der Tastatur und dem starken Kontrast zur hellen Farbe des Aluminiumgehäuses. In der Realität ist das aber überhaupt nicht schlimm, ganz im Gegenteil. Meine Eindrücke von der Tastatur sind übrigens auch sehr positiv. Es fühlt sich anders an als beim alten Modell, ich finde, der Anschlag und das Schreibgefühl haben sich verbessert.

Mit der Maus bin ich ebenfalls sehr zufrieden. Was ich einfach großartig finde, ist die Tatsache, dass ich nirgends einen Empfänger habe, sondern an der Maus einfach den Verschluss zum Laser an der Unterseite öffnen kann, dann läuft’s. Ebenfalls unglaublich ist die Reichweite. Ich habe vorhin schnell die Grenzen erkundet und sie nicht finden können. Ich war im oberen Stockwerk, der Laptop im unteren, und alles hat ausgezeichnet funktioniert, obwohl das Signal etwa 10m weit entfernt war und durch mehrere Wände und die Decke gehen musste. Nützen tut es natürlich nicht viel, wenn man nichts sieht, aber es zählt ja die Technologie. ;)
Das einzige, was mich etwas stört, ist, dass der Rechtsklick manchmal etwas ungenau ist. Manchmal wird anstelle des Rechtsklickes ein Linksklick ausgeführt, was vielleicht aber auch an meiner Handstellung liegen könnte. Der “Rad-” und “Seitenklick” funktioniert aber sehr gut, man kann beide Tasten (die zwei normalen übrigens auch) manuell belegen mit nützlichen Funktionen. Bei mir ist es nun so, dass ich mit der Drucktaste an der Seite alle Fenster sehe und mit dem Klick in der Mitte den Schreibtisch.
In der Hand liegt sie auch gut, finde ich. Ich weiß nicht, wie repräsentativ das jetzt ist, denn ich habe größere Hände als die meisten, aber für mich passt es sehr gut.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit den beiden Neuankömmlingen. Es fehlen aber noch einige Programme, die jetzt auch gleich installiert werden. ;)

Marcel — 19. Dezember 2008 um 11:09 Uhr

So, erstmal ein großes Dankeschön für deine Schreibarbeit. Sehr spannend zu lesen! Und eine Entschuldigung meinerseits – Real Life und so. ;)

Hah, ich wusste es doch. Diesem Alu-Unibody kann man doch einfach nicht widerstehen. So unglaublich schön… Ach, die schwarzen Tasten. Das ist immer das, was allen als erstes auffällt. So in der Reihenfolge: Oh, das ist aber ein tolles Laptop – was sind das für komische Tasten?
Aber sie sind wirklich super zum Tippen geeignet. Ich finde sie sogar besser als die wirklich extrem leichtgängige Alu-Tastatur von Apple. Die MacBook-Tasten scheinen mir etwas mehr Druck zu erfordern, was ich sehr angenehm finde.

Seht interessant waren auch deine Erfahrungen mit der Maus. Die muss ja ein richtiges Funkgerät drin haben, wenn die so funkt. ;)
Nachdem sie ja offenbar so super funktioniert, ist sie auch zum Modden geeignet? Mit dem kleinen Rad?

So, nochmals danke und entschuldigung.

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Datum
3. Dezember 2008
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